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Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Lyrik & Kontrabass

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

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Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

DI 17. NOV · 20:00 UHR

Neue Synagoge

Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

DI 17. NOV · 20:00 UHR

Neue Synagoge

Lyrik & Kontrabass

Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Lyrik & Kontrabass

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

Mit Diti Ronen – Autorin, Hebräische Lesung

Tal Ronen – Kontrabass

Anne Birkenhauer – Übersetzung, Deutsche Lesung und Moderation


Ein Arbeitslager nahe Elbing, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Schuss fällt. Eine kleine Drossel stürzt vom Himmel. Für fünf hungernde Frauen wird der Vogel zur letzten Mahlzeit – und zu einem flüchtigen Augenblick, in dem nicht nur der Körper überlebt, sondern auch Würde, Mitgefühl und Menschlichkeit.


Jahrzehnte später macht sich die israelische Dichterin Diti Ronen auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter. Auschwitz, Stutthof, mehrere Arbeitslager und ein Todesmarsch hatten tiefe Wunden hinterlassen; gesprochen wurde darüber kaum. Geblieben waren Erinnerungsfragmente, einzelne Bilder und ein tiefes Schweigen. Aus ihnen schuf die Tochter das Langgedicht „Kleines Drossel“ – eine poetische Sprache für das, was die Mutter zeitlebens nicht aussprechen konnte.


Schon der Titel erzählt von diesem Erinnerungsprozess. Diti Ronens Mutter sprach Hebräisch nur gebrochen und bezeichnete den Vogel stets mit einem grammatikalisch „falschen“ Genus. In der deutschen Übersetzung wurde daraus bewusst eine Drossel. So bleibt der Vogel weiblich – ebenso verletzlich und bedroht wie die fünf Frauen, deren Schicksal das Gedicht bewahrt.


Bei den Jüdischen Kulturtagen avanciert „Kleines Drossel“ zum vielstimmigen Erinnerungsraum. Diti Ronen liest ihr Poem auf Hebräisch, Anne Birkenhauer die deutsche Übersetzung. Der Kontrabass von Tal Ronen schafft einen musikalischen Resonanzraum, in dem das Unsagbare hörbar wird. So begegnen sich drei Generationen: die Erinnerung der Mutter, die Sprache der Tochter und die Musik des Enkels. Literatur und Musik treten in einen eindringlichen Dialog und verleihen dem Schweigen eine Stimme.


Diti Ronen gehört zu den bedeutendsten Stimmen der israelischen Gegenwartslyrik. Die Dichterin und Herausgeberin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Art Prize (2024), dem ACUM Award (2022) und dem Kugel Award (2016).


Tal Ronen lebt als Kontrabassist in New York. Er bewegt sich zwischen Jazztradition und zeitgenössischer Musik und arbeitete mit Künstlern wie Frank Wess, Jimmy Cobb, James Moody, Max Roach und Sheila Jordan zusammen. Als Bassist der Grammy-prämierten Sängerin Catherine Russell ist er regelmäßig auf internationalen Bühnen wie der Carnegie Hall, dem Jazz at Lincoln Center, dem Village Vanguard und Birdland zu erleben.


Anne Birkenhauer lebt seit 1989 als literarische Übersetzerin in Jerusalem. Sie übertrug Werke von Jehuda Amichai, Dan Pagis, Agi Mishol, David Grossman, Zeruya Shalev, Aharon Appelfeld, Tomer Gardi und vielen weiteren Autoren ins Deutsche. Für ihre Verdienste um die Vermittlung hebräischer Literatur erhielt sie 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.


With Diti Ronen – author, Hebrew reading

Tal Ronen – double bass

Anne Birkenhauer – translation, German reading and moderation


A labor camp near Elbing, a few weeks before the end of the Second World War. A shot is fired. A small thrush falls from the sky. For five starving women, the bird becomes the last meal – and a fleeting moment in which not only the body survives, but also dignity, compassion, and humanity.


Decades later, the Israeli poet Diti Ronen sets out in search of her mother’s story. Auschwitz, Stutthof, several labor camps, and a death march had left deep wounds; hardly anything was spoken about them. What remained were fragments of memory, individual images, and a profound silence. From these, the daughter created the long poem “Little Thrush” – a poetic language for what the mother was never able to put into words in her lifetime.


The title alone speaks of this process of remembrance. Diti Ronen’s mother spoke Hebrew only brokenly and always referred to the bird with a grammatically “incorrect” gender. In the German translation, this consciously became a thrush. Thus the bird remains female – just as vulnerable and threatened as the five women whose fate the poem preserves.


At the Jewish Culture Days, “Little Thrush” becomes a polyphonic space of remembrance. Diti Ronen reads her poem in Hebrew, Anne Birkenhauer the German translation. The double bass of Tal Ronen

Auszeichnungen

Shaked Goren

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TRAILER

Fotocredits: (1-4) Illustration: Isis Olivier, Frontispiz aus „Kleines Drossel" (Corvinus Presse), gedruckt von Jörg Lehmann (2) Ditti Ronen, privat (3) Tal Ronen, privat (4) Anne Birkenhauer © Gershon Molad

DIENSTAG, 17. NOVEMBER 2026

EINLASS

17:30

BEGINN

20:00

ENDE CA.

21:30

Sprache

Moderation: Anne Birkenhauer

Preis

12 € · bis 18 Jahre frei

NEUE SYNAGOGE

Oranienburger Str. 28-31, 10117 Berlin

  • S-Bahn
    Oranienburger Straße (S 1, 2, 25),
    Hackescher Markt (S 5, 7, 9, 75),

    U-Bahn
    Oranienburger Tor (U 6),
    Weinmeisterstraße (U 8),

    Tram/Straßenbahn
    Oranienburger Straße
    (Tram M 1, M 5)

  • Einlass: 19:30 Uhr

    Einlass: 19:30 Uhr

    Bitte achten Sie auf die Einlasszeiten und planen Sie ausreichend Zeit für den Einlass ein. Beim Besuch von Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet eine Sicherheitskontrolle statt. Taschen sind nur bis zur Größe eines DIN-A4-Blattes (21 × 29,7 cm) zugelassen.

  • Die Neue Synagoge ist weitgehend barrierefrei und mit dem Rollstuhl zugänglich. Der Eingangsbereich verfügt über stufenlose Zugänge und Rampen, ein Aufzug ermöglicht das Erreichen der verschiedenen Etagen. Nahezu alle Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht. Das historische Treppenhaus ist für Rollstühle nicht erreichbar, in den Ausstellungsräumen können mobile Sitzhocker ausgeliehen werden. Barrierefreie Toiletten stehen zur Verfügung, unter anderem im 1. Obergeschoss.

  • Karten für Schwerbehinderte/Rollstuhlfahrer:innen und deren Begleitung sind ausschließlich telefonisch unter 030 479 97474 erhältlich. Der ermäßigte Preis gilt für Schülerinnen, Studierende, Auszubildende und Rentnerinnen, Nachweiskontrolle vor Ort.

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AUF DEN SPUREN VON MAX REINHARDT

Mit Diti Ronen – Autorin, Hebräische Lesung
Tal Ronen – Kontrabass
Anne Birkenhauer – Übersetzung, Deutsche Lesung und Moderation

Ein Arbeitslager nahe Elbing, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Schuss fällt. Eine kleine Drossel stürzt vom Himmel. Für fünf hungernde Frauen wird der Vogel zur letzten Mahlzeit – und zu einem flüchtigen Augenblick, in dem nicht nur der Körper überlebt, sondern auch Würde, Mitgefühl und Menschlichkeit.

Jahrzehnte später macht sich die israelische Dichterin Diti Ronen auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter. Auschwitz, Stutthof, mehrere Arbeitslager und ein Todesmarsch hatten tiefe Wunden hinterlassen; gesprochen wurde darüber kaum. Geblieben waren Erinnerungsfragmente, einzelne Bilder und ein tiefes Schweigen. Aus ihnen schuf die Tochter das Langgedicht „Kleines Drossel“ – eine poetische Sprache für das, was die Mutter zeitlebens nicht aussprechen konnte.

Schon der Titel erzählt von diesem Erinnerungsprozess. Diti Ronens Mutter sprach Hebräisch nur gebrochen und bezeichnete den Vogel stets mit einem grammatikalisch „falschen“ Genus. In der deutschen Übersetzung wurde daraus bewusst eine Drossel. So bleibt der Vogel weiblich – ebenso verletzlich und bedroht wie die fünf Frauen, deren Schicksal das Gedicht bewahrt.

Bei den Jüdischen Kulturtagen avanciert „Kleines Drossel“ zum vielstimmigen Erinnerungsraum. Diti Ronen liest ihr Poem auf Hebräisch, Anne Birkenhauer die deutsche Übersetzung. Der Kontrabass von Tal Ronen schafft einen musikalischen Resonanzraum, in dem das Unsagbare hörbar wird. So begegnen sich drei Generationen: die Erinnerung der Mutter, die Sprache der Tochter und die Musik des Enkels. Literatur und Musik treten in einen eindringlichen Dialog und verleihen dem Schweigen eine Stimme.

Diti Ronen gehört zu den bedeutendsten Stimmen der israelischen Gegenwartslyrik. Die Dichterin und Herausgeberin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Art Prize (2024), dem ACUM Award (2022) und dem Kugel Award (2016).

Tal Ronen lebt als Kontrabassist in New York. Er bewegt sich zwischen Jazztradition und zeitgenössischer Musik und arbeitete mit Künstlern wie Frank Wess, Jimmy Cobb, James Moody, Max Roach und Sheila Jordan zusammen. Als Bassist der Grammy-prämierten Sängerin Catherine Russell ist er regelmäßig auf internationalen Bühnen wie der Carnegie Hall, dem Jazz at Lincoln Center, dem Village Vanguard und Birdland zu erleben.

Anne Birkenhauer lebt seit 1989 als literarische Übersetzerin in Jerusalem. Sie übertrug Werke von Jehuda Amichai, Dan Pagis, Agi Mishol, David Grossman, Zeruya Shalev, Aharon Appelfeld, Tomer Gardi und vielen weiteren Autoren ins Deutsche. Für ihre Verdienste um die Vermittlung hebräischer Literatur erhielt sie 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Fotocredits: (1-4) Illustration: Isis Olivier, Frontispiz aus „Kleines Drossel" (Corvinus Presse), gedruckt von Jörg Lehmann (2) Ditti Ronen, privat (3) Tal Ronen, privat (4) Anne Birkenhauer © Gershon Molad

Dienstag, 17. November 2026

20:00 Uhr

Einlass: 19:30 Uhr

Neue Synagoge

Dienstag, 17. November 2026

20:00 Uhr

Einlass: 19:30 Uhr

Neue Synagoge

​

12 €

NEUE SYNAGOGE

Oranienburger Str. 28-31, 10117 Berlin

  • S-Bahn
    Oranienburger Straße (S 1, 2, 25),
    Hackescher Markt (S 5, 7, 9, 75),

    U-Bahn
    Oranienburger Tor (U 6),
    Weinmeisterstraße (U 8),

    Tram/Straßenbahn
    Oranienburger Straße
    (Tram M 1, M 5)

  • Einlass: 19:30 Uhr

    Einlass: 19:30 Uhr

    Bitte achten Sie auf die Einlasszeiten und planen Sie ausreichend Zeit für den Einlass ein. Beim Besuch von Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet eine Sicherheitskontrolle statt. Taschen sind nur bis zur Größe eines DIN-A4-Blattes (21 × 29,7 cm) zugelassen.

  • Die Neue Synagoge ist weitgehend barrierefrei und mit dem Rollstuhl zugänglich. Der Eingangsbereich verfügt über stufenlose Zugänge und Rampen, ein Aufzug ermöglicht das Erreichen der verschiedenen Etagen. Nahezu alle Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht. Das historische Treppenhaus ist für Rollstühle nicht erreichbar, in den Ausstellungsräumen können mobile Sitzhocker ausgeliehen werden. Barrierefreie Toiletten stehen zur Verfügung, unter anderem im 1. Obergeschoss.

  • Karten für Schwerbehinderte/Rollstuhlfahrer:innen und deren Begleitung sind ausschließlich telefonisch unter 030 479 97474 erhältlich. Der ermäßigte Preis gilt für Schülerinnen, Studierende, Auszubildende und Rentnerinnen, Nachweiskontrolle vor Ort.

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Oranienburger Str. 28-31, 10117 Berlin

  • S-Bahn
    Oranienburger Straße (S 1, 2, 25),
    Hackescher Markt (S 5, 7, 9, 75),

    U-Bahn
    Oranienburger Tor (U 6),
    Weinmeisterstraße (U 8),

    Tram/Straßenbahn
    Oranienburger Straße
    (Tram M 1, M 5)

  • Einlass: 19:30 Uhr

    Einlass: 19:30 Uhr

    Bitte achten Sie auf die Einlasszeiten und planen Sie ausreichend Zeit für den Einlass ein. Beim Besuch von Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet eine Sicherheitskontrolle statt. Taschen sind nur bis zur Größe eines DIN-A4-Blattes (21 × 29,7 cm) zugelassen.

  • Die Neue Synagoge ist weitgehend barrierefrei und mit dem Rollstuhl zugänglich. Der Eingangsbereich verfügt über stufenlose Zugänge und Rampen, ein Aufzug ermöglicht das Erreichen der verschiedenen Etagen. Nahezu alle Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht. Das historische Treppenhaus ist für Rollstühle nicht erreichbar, in den Ausstellungsräumen können mobile Sitzhocker ausgeliehen werden. Barrierefreie Toiletten stehen zur Verfügung, unter anderem im 1. Obergeschoss.

  • Karten für Schwerbehinderte/Rollstuhlfahrer:innen und deren Begleitung sind ausschließlich telefonisch unter 030 479 97474 erhältlich. Der ermäßigte Preis gilt für Schülerinnen, Studierende, Auszubildende und Rentnerinnen, Nachweiskontrolle vor Ort.

MEHR LITERATUR

DI 17. NOV · 19:00 UHR

Vortrag

FABRICE SAPOLSKY: JÜDISCHE COMICS HEUTE

Vortrag von Fabrice Sapolsky, Mitschöpfer von „Spider-Man Noir“

Neue Synagoge

DI 17. NOV · 16:00 UHR

Workshop

Storytelling

Workshop auf Englisch mit Fabrice Sapolsky

Neue Synagoge

DI 17. NOV · 12:30 UHR

Workshop

Making Comics

Workshop auf Englisch mit Fabrice Sapolsky

Neue Synagoge

DI 17. NOV · 20:00 UHR

12 € · bis 18 Jahre frei

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Diti Ronen und Tal Ronen, Anne Birkenhauer

Kleines Drossel – ein Klangraum aus Sprache und Kontrabass

Neue Synagoge

​

17. November 2026

BEGINN:

20:00 Uhr

Einlass: 19:30 Uhr

Die israelische Dichterin Diti Ronen erzählt in ihrem Langgedicht „Kleines Drossel“ von der Geschichte ihrer Mutter und fünf Frauen in einem Arbeitslager am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine zweisprachige Lesung mit Anne Birkenhauer und Kontrabassist Tal Ronen verbindet Erinnerung, Literatur und Musik zu einem eindringlichen Abend.

Mit Diti Ronen – Autorin, Hebräische Lesung
Tal Ronen – Kontrabass
Anne Birkenhauer – Übersetzung, Deutsche Lesung und Moderation

Ein Arbeitslager nahe Elbing, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Schuss fällt. Eine kleine Drossel stürzt vom Himmel. Für fünf hungernde Frauen wird der Vogel zur letzten Mahlzeit – und zu einem flüchtigen Augenblick, in dem nicht nur der Körper überlebt, sondern auch Würde, Mitgefühl und Menschlichkeit.

Jahrzehnte später macht sich die israelische Dichterin Diti Ronen auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter. Auschwitz, Stutthof, mehrere Arbeitslager und ein Todesmarsch hatten tiefe Wunden hinterlassen; gesprochen wurde darüber kaum. Geblieben waren Erinnerungsfragmente, einzelne Bilder und ein tiefes Schweigen. Aus ihnen schuf die Tochter das Langgedicht „Kleines Drossel“ – eine poetische Sprache für das, was die Mutter zeitlebens nicht aussprechen konnte.

Schon der Titel erzählt von diesem Erinnerungsprozess. Diti Ronens Mutter sprach Hebräisch nur gebrochen und bezeichnete den Vogel stets mit einem grammatikalisch „falschen“ Genus. In der deutschen Übersetzung wurde daraus bewusst eine Drossel. So bleibt der Vogel weiblich – ebenso verletzlich und bedroht wie die fünf Frauen, deren Schicksal das Gedicht bewahrt.

Bei den Jüdischen Kulturtagen avanciert „Kleines Drossel“ zum vielstimmigen Erinnerungsraum. Diti Ronen liest ihr Poem auf Hebräisch, Anne Birkenhauer die deutsche Übersetzung. Der Kontrabass von Tal Ronen schafft einen musikalischen Resonanzraum, in dem das Unsagbare hörbar wird. So begegnen sich drei Generationen: die Erinnerung der Mutter, die Sprache der Tochter und die Musik des Enkels. Literatur und Musik treten in einen eindringlichen Dialog und verleihen dem Schweigen eine Stimme.

Diti Ronen gehört zu den bedeutendsten Stimmen der israelischen Gegenwartslyrik. Die Dichterin und Herausgeberin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Art Prize (2024), dem ACUM Award (2022) und dem Kugel Award (2016).

Tal Ronen lebt als Kontrabassist in New York. Er bewegt sich zwischen Jazztradition und zeitgenössischer Musik und arbeitete mit Künstlern wie Frank Wess, Jimmy Cobb, James Moody, Max Roach und Sheila Jordan zusammen. Als Bassist der Grammy-prämierten Sängerin Catherine Russell ist er regelmäßig auf internationalen Bühnen wie der Carnegie Hall, dem Jazz at Lincoln Center, dem Village Vanguard und Birdland zu erleben.

Anne Birkenhauer lebt seit 1989 als literarische Übersetzerin in Jerusalem. Sie übertrug Werke von Jehuda Amichai, Dan Pagis, Agi Mishol, David Grossman, Zeruya Shalev, Aharon Appelfeld, Tomer Gardi und vielen weiteren Autoren ins Deutsche. Für ihre Verdienste um die Vermittlung hebräischer Literatur erhielt sie 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

IMPRESSIONEN

BEGINN:

20:00

HINWEISE ZUR VERANSTALTUNG

Bitte achten Sie auf die Einlasszeiten und planen Sie ausreichend Zeit für den Einlass ein. Beim Besuch von Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet eine Sicherheitskontrolle statt. Taschen sind nur bis zur Größe eines DIN-A4-Blattes (21 × 29,7 cm) zugelassen. Karten für Schwerbehinderte/Rollstuhlfahrerinnen und deren Begleitung sind ausschließlich telefonisch unter 030 479 97474 erhältlich. Der ermäßigte Preis gilt für Schülerinnen, Studierende, Auszubildende und Rentnerinnen, Nachweiskontrolle vor Ort. Mit dem Kauf der Karte erklären Sie sich mit Foto- und Videoaufnahmen einverstanden.

Externer Ticketshop. Es gelten die Bedingungen des Anbieters.

Fotocredits: (1-4) Illustration: Isis Olivier, Frontispiz aus „Kleines Drossel" (Corvinus Presse), gedruckt von Jörg Lehmann (2) Ditti Ronen, privat (3) Tal Ronen, privat (4) Anne Birkenhauer © Gershon Molad

20:00

BEGINN:

DATUM

Dienstag, 17. November 2026

EINLASS

Einlass: 19:30 Uhr

BEGINN

20:00

20:00

ORT

Neue Synagoge

​

12 €

Externer Ticketshop: Papagena – es gelten die Bedingungen des Anbieters. Auch kostenlose Karten (Eintritt bis 18 Jahre frei) müssen über Papagena gebucht werden.

​

Karten für Schwerbeschädigte / Rollstuhlfahrer:innen und deren Begleitung sowie für Gruppen (ab 10 Personen) sind nur telefonisch erhältlich: 030 – 479 97474.

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