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So., 10. Sept.

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Bebelplatz

Rainer Herrn: Der Liebe und dem Leid. Das Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933 (Suhrkamp Verlag)

Foto: Athanasios Karanikolas

Rainer Herrn: Der Liebe und dem Leid. Das Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933 (Suhrkamp Verlag)
Rainer Herrn: Der Liebe und dem Leid. Das Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933 (Suhrkamp Verlag)

Zeit & Ort

10. Sept. 2023, 15:00 – 15:45

Bebelplatz, Unter den Linden, 10117 Berlin, Deutschland

Über die Veranstaltung

Als Magnus Hirschfeld 1919 sein Institut im Berliner Tiergarten eröffnete, schien der jungen Disziplin der Sexualwissenschaft die Zukunft zugehören. Die umfangreiche Bibliothek, die vielfältigen Sammlungen, Beratungs- und Therapieangebote lockten Patienten und Besucherinnen aus der ganzen Welt an. Menschen aller Schichten konnten sich vor Ort über Empfängnisverhütung oder den Schutz vor Geschlechtskrankheiten informieren. Doch das Institut sollte lange die einzige Einrichtung mit dem Ziel bleiben, das Thema Sexualität in seiner ganzen Breite zu behandeln. Hirschfeld und seine Mitarbeiter waren dabei stets Anfeindungen durch politische und wissenschaftliche Gegner ausgesetzt, die 1933 in der Plünderung des Instituts durch die Nationalsozialisten und seiner Schließung mündeten. Rainer Herrn erzählt erstmals die wechselvolle Geschichte dieser berühmten Institution. Er stellt die Protagonisten vor, die sie prägten, schildert die Kämpfe um die Abschaffung des „Homosexuellen-Paragraphen" 175, folgt den Schicksalen der Menschen, die im Institut Hilfe suchten, und lässt, wie nebenbei, den Geist der Weimarer Republik lebendig werden. „Rainer Herrn gelingt es in hervorragender Weise, nicht nur ... breitere Kontexte auszuleuchten, sondern auch Hirschfelds Beitrag zur Sexualwissenschaft zu skizzieren", schrieb Alexander Gallus in der  Frankfurter Allgemeine Zeitung (13.07.2022).

Rainer Herrn, geboren 1957, ist Medizinhistoriker mit den Schwerpunkten Geschichte der Psychiatrie sowie geschlechtlicher und sexueller Minderheiten. Seit 1991 arbeitet er an der Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft und seit 2008 am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité.

Moderation:

Thomas Sparr, geboren 1956, war nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Marburg, Hamburg und Paris von 1986 bis 1989 an der Hebräischen Universität in Jerusalem tätig, anschließend im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Von 1990 bis 1998 leitete er den Jüdischen Verlag, war Cheflektor des Siedler Verlags. Heute arbeitet er als Editor-at-Large im Suhrkamp Verlag. Er ist mit Arbeiten zu Paul Celan hervorgetreten. Daraus entstand bei der DVA das Buch „Todesfuge. Biographie eines Gedichts" (2020). Im Berenberg Verlag erschienen „Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem" (2018) und „Hotel Budapest, Berlin. Von Ungarn in Deutschland" (2021).

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