Auf den Spuren der Novemberpogrome – 5. November 1923
So., 16. Nov.
|Neue Synagoge, Centum Judaicum
Stadtspaziergang für Jugendliche ab 15 Jahren und interessierte Erwachsene


Zeit & Ort
16. Nov. 2025, 14:00
Neue Synagoge, Centum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30, 10117 Berlin, Deutschland
Über die Veranstaltung
Spurensuche mit Jess Earle, ein 90-minütiger Stadtspaziergang für Menschen ab 15
Am 5. November 1923 brach ein Pogrom in Berlin aus. Fast zwei tagelang zogen Randalierer durch das Scheunenviertel, ein Viertel mit einem großen Anteil osteuropäisch-jüdische Menschen, und plünderten Geschäfte und Wohnungen und attackierten die Bewohner:innen auf offener Straße. Wie kam es zu diesem Pogrom in der Hauptstadt zehn Jahre vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten?
Mit diesem Stadtspaziergang richten wir den Blick nicht nur auf die Ereignisse dieses Pogroms, sondern tauchen wir ein in das jüdische Berlin der 1920er-Jahre. Beleuchtet wird der Alltag der Menschen im Scheunenviertel und der Spandauer Vorstadt, wo wir den Orten nachspüren, an denen die alteingesessenen deutschen Jüdinnen und Juden und jüdische Migrant:innen aus Osteuropa sich begegneten. Die Letzten suchten in Folge von Krieg, Hunger und Vertreibung in Berlin eine neue Heimat. Wir entdecken die einstige Vielfalt an Theatern, Geschäften, Schulen, Vereinen und Synagogen, in denen sich das Leben dieser Menschen abspielte. Wir erfahren über das Scheunenviertelpogrom 1923 und die wehrhafte Selbstverteidigung jüdischer Kriegsveteranen. Und wir lernen faszinierende Persönlichkeiten wie Mascha Kaléko, Dora Diament, die letzte Lebensgefährtin von Franz Kafka, oder den Sozialarbeiter Siegfried Lehmann kennen, die zu Protagonist:innen dieser lebendigen jüdischen Kultur gehörten.
Die Neue Synagoge – ein lebendiges Zeugnis jüdischer Geschichte
Einst das größte und prachtvollste jüdische Gotteshaus Deutschlands, wurde die Neue Synagoge 1866 feierlich im Berliner Scheunenviertel eingeweiht. Sie war mehr als ein religiöses Zentrum – sie war ein Symbol für das Selbstverständnis vieler Jüdinnen und Juden: deutsch, berlinerisch und jüdisch gleichermaßen zu sein. dieser Lebenswelten und dieses Hauses konnten Teile der Neuen Synagoge rekonstruiert werden. Seit 1995 macht die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum die reiche jüdische Geschichte und Kultur der Stadt wieder sichtbar. Heute ist es wieder ein Ort lebendiger jüdischer Kultur und ein Museum und Lernort für jüdische Religion, Gegenwart und Geschichte mit einem der bedeutendsten Archive zur Geschichte der Juden in Deutschland.
Jess Earle wurde 1990 in Los Angeles geboren. Er ist Historiker und lebt seit 2013 in Berlin. Er leitet die Bildungsstelle in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Schwerpunkte seiner bisherigen Arbeit waren die Interaktion zwischen deutschen und osteuropäischen Juden in der Spandauer Vorstadt in den 1920er Jahren und ihre Verfolgung in der NS-Zeit sowie jüdische Erfahrungen in der DDR. Dazu leitet er Bildungsseminare und doziert zu jüdischer Geschichte, Berliner Geschichte und deutscher Erinnerungskultur.
Treffpunkt: 13:30 Uhr
Beginn: 14:00 Uhr
Treffpunkt: Eingang der Neuen Synagoge - Centum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30
Tickets: 5 €
Karten gibt es über papagena-shop.comfortticket.de
oder unter +49 (030) 47997474
Papagena Kartenvertrieb | Mo - Sa 9:00 - 20:00 Uhr & So 14:00 - 20:00 Uhr
Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei
Ermäßigungen (Nachweis erforderlich):
Schüler, Studenten, Azubis 20%, Begleitung für Schwerbehinderte 100%.
Karten für Schwerbeschädigte bzw. Rollstuhlfahrer und deren Begleitung sind nur telefonisch
(unter der Rufnummer +49 (030) 479 97474) zu erhalten.





