14.9. – 19.10.2008 | Literaturhaus Fasanenstrasse

Manès Sperber.
Ketzer, Renegat, Humanist

Vernissage
14.9.2008 | 17.00 Uhr

Geöffnet:
Di – So 14–19 Uhr

Eintritt:
3 Euro | 2 Euro erm.

Mit freundlicher Unterstützung durch:



Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Wien

Wie nur wenige andere hat Manès Sperber (1905–1984) die Hoffnungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts durchlebt und beschrieben: Zionismus, Marxismus und Psychologie prägten Sperbers Jugend. 1927 zog er nach Berlin, wo er der KPD beitrat und die Erkenntnisse der Individualpsychologie in die Arbeiterbewegung hineintrug. Doch Sperbers kritischer Geist führte ihn nicht nur zur Distanzierung von Alfred Adler, sondern auch zum Bruch mit der marxistischen Partei.

Noch in seinem großen Jahrhundertroman „Wie eine Träne im Ozean“ und seinem Lebensbericht „All das Vergangene“ bewahrte Sperber, der lebenslange Exilant, denjenigen die Treue, die angesichts von Demagogie und Terror aus Gewissensgründen handelten, aber zugleich als Skeptiker scheitern mussten. Und so blieb er, auf seine Weise, auch dem Staat Israel treu, den er, trotz prinzipieller Zweifel,vielmals und mit Bewunderung für die Gründergeneration besuchte.

1975 erhielt Sperber den Georg-Büchner-Preis, 1984 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Ausstellung offeriert einen spannenden Einblick in Leben und Werk dieses großen Humanisten.

Begleitende Filmreihe | Beginn jeweils 20.00 Uhr:

14.9.2008 Manès Sperber – ein treuer Ketzer (CH/A 2005)

16.9.2008 Wie eine Träne im Ozean – Teil I: Nutzlose Reise (A/BRD 1970)

17.9.2008 Wie eine Träne im Ozean – Teil II: Abfall (A/BRD 1970)

18.9.2008 Wie eine Träne im Ozean – Teil III: Niederlage (A/BRD 1970)


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